Muss ein Investor eine vereinbarte Tranche zahlen?
Kurzantwort
Ja, wenn die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt sind. Tranchen hängen meist an Bedingungen wie Meilensteinen, Kennzahlen oder Gutachten. Ob der Investor die Zahlung verweigern darf, entscheidet sich daran, wie diese Bedingungen formuliert sind und ob sie tatsächlich erreicht wurden. Oft hängt das an technischen und wirtschaftlichen Details.
Im Detail
Investor:innen zahlen häufig in Etappen. Jede Etappe ist an Bedingungen geknüpft, dazu kommen oft Klauseln für den Fall wesentlicher negativer Veränderungen.
Sind die Bedingungen erfüllt, besteht ein Anspruch auf Zahlung, der auch gerichtlich durchgesetzt werden kann. Ist eine Bedingung nicht erfüllt oder hat das Unternehmen selbst Pflichten verletzt, darf der Investor die Zahlung zurückhalten.
Streit entsteht meist, weil Meilensteine nicht eindeutig formuliert sind. Dann kommt es darauf an, Gutachten und Prüfberichte genau zu lesen und den Zweck des Investments mitzudenken.
Rechtsgrundlagen
- Investment- bzw. Beteiligungsvertrag
- §§ 897 ff, 914, 918 ABGB
Was Sie jetzt tun sollten
- 1.Vertrag, Meilensteine, Gutachten und Korrespondenz sammeln.
- 2.Klären, ob ein Schiedsgericht oder ein bestimmtes Gericht vereinbart ist.
- 3.Die Argumente des Investors technisch und wirtschaftlich prüfen lassen, bevor Sie antworten.
Verwandte Fragen
Diese Einordnung gibt einen allgemeinen Überblick zur österreichischen Rechtslage (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.